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Tutorial Zeichnen

Warum „richtig hinschauen“ beim Zeichnen so wichtig ist

Wahrscheinlich auch schon mal gehört, das jeder zeichnen und malen lernen kann, aber deine Zeichnungen gefallen dir im Augenblick noch so gar nicht obwohl du dich wirklich sehr bemühst. Üben ist auch sehr wichtig. Genau wie wenn du ein Instrument spielen lernst, eine Handarbeit machst oder eine Sportart betreibst (und viele, viele Dinge mehr), ist regelmäßiges Üben natürlich unerlässlich.

Allerdings ist es ebenso wichtig richtig sehen zu lernen. „Wie jetzt?“, fragst du dich an dieser Stelle vielleicht, „ich sehe doch richtig.“ Wahrscheinlich stimmt das und ich spreche hier auch nicht von der Dioprienzahl in deiner Brille sondern mehr, ob du wirklich malst was du siehst oder du malst was du glaubst zu sehen.

Sehen wir uns doch mal diese beiden Zeichnungen an(Davon ab, das beide schnelle Skizzen sind):

benedictfertig

Auf beiden Bildern ist der selbe Mann.  Person 1)  hat getan, was die meisten Menschen tun, wenn sie anfangen zu zeichnen. Sie wissen(oder glauben zu wissen) wie Augen Nase und Mund aussehen und zeichnen genau das. Obwohl das Bild bereits Ähnlichkeit mit der Person hat und sich die junge Zeichnerin Mühe gegeben hat abzuzeichnen was sie sah, fällt sie hier in ein Muster, was wir alle automatisch tun. Wir haben ein Bild von einem Auge im Kopf und anstatt das zu zeichnen was zu sehen ist malen wir halt nicht genau ab sondern dieses Bild von einem Auge.

Na klar, wirst du sagen, auch Bild 2) ist auch nur ein Bild von der Person und ist  zudem sehr einfach gehalten. Auch hier wurde reduziert. Aber die Linien folgen zumindest grob, dem, was die Zeichnerin auf der Vorlage findet. Beim Abzeichnen geht es darum, sich von dem „Icon“ in dem Kopf zu lösen und zu versuchen möglichst genau das zu zeichnen was du siehst. Dafür ist es übrigens nur sehr begrenzt zielführend, wie in diesem Fall, von einem Foto abzumalen. Ein Foto ist bereits ein Bild und genau wie deine Zeichnung zweidimensional.(und auch schon in gewissem Masse reduziert)

Für dein Gehirn ist es aber wichtig die Dinge die du zeichnest als Körper wahrzunehmen.

In dem du von der Natur abzeichnest übst du zum einen das zu sehen, was wirklich da ist, dein Gefühl für Proportionen und letztendlich auch die Fähigkeit etwas zu zeichnen was in deinem Kopf ist und dabei eben nicht wie eine „Kinderzeichnung“ aussieht, sondern wie das Abbild, des jeweiligen Gegenstands oder der Person. Wenn du lange genug Pferd zeichnest, dir dabei bewusst wirst, wie Muskeln zusammen spielen und wie die Proportionen eines Pferdes sind wirst du in deinem Kopf so eine Art „3 D Model“ entwickeln, das die erlaubt ohne Vorlage, relativ realistisch ein Pferd von jeder Seite, im Galopp oder liegend zu zeichnen.

-Schaffe dir einen kleinen (A5-A4) Skizzenblock oder ein Skizzenbuch /Notizbuch an und versuche es immer dabei zu haben. Nutze jede Gelgenheit von der Natur zu zeichnen. Du kannst dafür mit Stift auch dein Handy oder Tablet nutzen. Ich halte es aber für wichtig, das du dich damit vertraut machst, wie analoges Material reagiert 🙂